Unsinn und Verstand

… was auch immer

Category: Stadt

Die eine und andere Art

Ein Sommerabend
still sitze ich und warte
Kein Trunkenbold brüllt

Da kommt er torkelnd
mein flatternder Besucher
Nektar zu trinken

Die Besoffenen
ziehen spät um die Häuser
Der Nachtfalter auch

Schein und Sein

Im Lichtkegel tanzt
Flitter der Straßenlampe
welch’ Zauber erscheint

Glitzernd in der Luft
am Boden nasse Pampe
vergeht – es ist Schnee

Sonntag auf der Brücke

Schnee, Fluss und Möwen
schwarz-weiß Bild einer Landschaft
Der Farbfleck – ein Mensch

Novemberlicht

Im Fensterrahmen
verfangen und vergangen
fahler Sonnenstrahl

Ein rosiger Schein
kurz durch das Zimmer gehuscht
dann Laternenlicht

Anflug und Abweichung

Zwei gelbe Blätter
kreiseln wirbelnd durch den Wind
Sonst wirbelt nur Staub
und eine Taubenfeder
grau wie die Straße

Tropfen auf heißem Stein

Ein kurzer Schauer
verdampft auf heißer Straße
Die Stadt glüht weiter

Stadtmenschen klagen
über Klimaerwärmung
und schweißnasse Haut

Im Hinterhof

Die Vögel schweigen
als es anfing zu klopfen
um ihm zu lauschen

Tausende Tropfen
ein melodisches Rauschen
Rhythmus des Regens

Himmelsbeobachtung

Auf der Antenne
glimmend hängt der Abendstern
fällt in den Schornstein

Stadtregen

Kleine Luftblasen
platzen in Asphaltbächen
von Regen gesprengt

Ein ruhiges Rinnsal
seit die Tropfen verstummen
Nur die Straße rauscht

Vorsommer

Ein Tag vor dem Mai
erster Mauerseglerschrei
Die Straße flimmert

Mit dem Frühlingswind
ein Hochzeitszug zieht vorbei
welkende Blüten