Unsinn und Verstand

… was auch immer

Mit Nina Simone auf dem Balkon

Ein Nachmittag nackt
Jazz flirrt durch Spätsommerluft
sonnendurchflutet

Mal so, mal so

Wie Stimmung wechselt
blass kühl an jenem Abend
errötend danach

So sah ich den Mond
auf taubenblau weiß leuchtend
im Dunkeln orange

Im Licht

So halb vollkommen
wie dort in der Luft hängend
scheint nicht nur der Mond

Im Verborgenen
bleibt eine Seite immer
schön was sich mir zeigt

Was anderes

Banal oder nicht
jeder Tag war ein Gedicht
auch die traurigen

Worte fügten sich
dem Augenblick, der Stimmung
verbrauchten sich nicht

Vielleicht sammle ich
schreibe wenn es soweit ist
Was mache ich jetzt?

Weit weg ganz nah

Mit leeren Koffern
verreist man nur in Filmen
dorthin reise ich

Parkstimmung

Dunkel von Nässe
glänzen die Buchenstämme
im Dunst des Regens

Winzige Tropfen
sitzen an Gräserspitzen
der Käfer schätzt das nicht

Solanum dulcamara

Nun ruhe ich hier
bittersüßer Nachtschatten
der Strauch neben mir

Stadtstimmung

Drei Tauben pennen
auf der Straßenlaterne
Der Mond scheint noch nicht

Auf dem Boden der Tatsachen

Immer wieder fliegt
eine zierliche Schwalbe
zum Ast über mir

Blickt auf mich herab
warum ich im Gras liege
nicht mit ihr fliege

Willkür, Macht oder Gleichgültigkeit

Eine Ameise
eilt eifrig ihres Weges
Ich lass’ sie leben