Unsinn und Verstand

… was auch immer

Fauler Reim

Petit déjeuner
nicht die Bohne von Idee
beim Café aux lait

Schwindel, Herzklopfen
Konsequenz des Koffein
kein Gedicht darin

Abnehmend

Kranker in Decken
wie der Mond in den Wolken
Nacht für Nacht dünner

Aber die Amsel singt

Kurz fasste ich mich
nur fünf-bis siebensilbig
jetzt schreibe ich nicht

Februarregen
tröpfelt trist
grau macht einsilbig

Flair

Südlicher Schimmer
bleibt der Sonne verborgen
durchdringt das Zimmer

Wie warmer Atem
in morgendlicher Kühle
unter der Decke

Einsicht an der Straßenecke

Bei Dunkelheit stand
oben der Mond, unten ich
belächelte mich

Ruheraum

Innere Stimme
seltsam, wie die Außenwelt
sie verstummen lässt

Die männliche Seite

Maskulin behaart
natürlich blond, weich und zart
sprießt der Damenbart

Aberglaube

Ein Bild an der Wand
Drachen außer Rand und Band
kann bannen den Mann

Abends im Küchendunst

Blind wird das Fenster
der Vollmond gießt weißes Licht
mein Spiegelbild bricht

Stille Nacht in Deutschland

Sprechen macht heiser
schreien sollte ich vielleicht
gegen die Dummheit

Stattdessen schweig’ ich
und krieg’ einen roten Hals
aus Überzeugung