Unsinn und Verstand

… was auch immer

Im Himmelsbett

Die Venus blinzelt
neben ihr halb abgedeckt
Mond, zur Hälfte blank

Glanzlos

Keine Stimme sprengt
die erblindeten Gläser
denn taub sind sie auch

So oder so

Etwas zerstreutes
schimmerndes Licht lässt ahnen
den Mond hinterm Dach

Muss ich nur warten
oder Häuser verrücken
mehr zu erblicken?

Morgenextrakt

Kaffee, Radio
Aufguss brühwarm gefiltert
bitter, sauer, dünn

Dopplers Effekt

Zwischen Laternen
(dunkler als drunter)
unter nachtschwarzem Himmel
(nach oben muss du schauen)
zwinkert blinkender Stern
(gilt mir nur allein)

Denken zur falschen Zeit

Sprunghaft in der Nacht
wie streunende Katzen
wach
durch Gedankenschleifen
verwirrte
Knoten im Magen
gebildete Blasen
mehrmals umgedreht
in Winden verweht

Womit rechnen?

Schräg schaut er herab
halb zu- oder abgewandt
vielleicht auch fragend

Manko des Mondes
kann nur in’s Blaue raten
aus seiner Distanz

Chronik

Die Zeit verstimmt mich
stetig rücken die Zeiger
unmerklich weiter

Nur nach rechts gedreht
als sei es immer zu spät
den Lauf zu stoppen

Wenn er voll ist

Du scheinst kühl gefasst
und nichts wirft dich aus der Bahn
ganz und gar schweigsam

Nur dein Widerschein
tastet an der Wand entlang
Mond, du bist allein

Bis denn, Herbst

Zum Abschied winken
zitternd noch bevor es fällt
Laub von den Ästen