Unsinn und Verstand

… was auch immer

Abgelenkt

Heute hier
(Apfel knabbernd)
misslingt mir
über die Rose
(ein Wagen rattert)
mein Gedicht
zu schreiben
(lässt mich abschweifen)
Oder nicht

Heute morgen im Bad

Taktvoll im Wechsel
sie, er oder umgekehrt
geben den Ton an

Uhr und Wasserhahn
Zeit tröpfelt tickend voran
zeigt auch der Spiegel

Das Haiku aus dem Schreibfehler

Verblasst wandert es
seit morgens über den Tag
wie ein Traum mir nach

Abends rundet sich
klarer Schein im Dämmerlicht
das Kalb des Mondes

Die Süße

Warm noch, wo sie saß
im Morgenlicht matt schimmernd
ihr klebriges Glas

Dahin

Abends wegfahren
im Nachtzug eines Traumes
schlaflos nach Paris

Wankender Wagen
in der Morgendämmerung
Endstation Berlin

Dort

Am hell lichten Tage
singen die Nachtigallen
gut versteckt vor mir

Nachts bin ich nicht hier
wenn ihre Stimmen locken
in deren Quartier

Sprengsatz

Abseits im Schatten
am Mauerwerk unbemerkt
ein Riss mit Blümchen

Später

Mit dem Abendstern
am Fenster Ausschau haltend
warten wir sehnlich

Bis endlich ein Licht
durch den Spalt am Himmel fällt
vom Mond geschnitten

Leise Töne

Wie die Brandung raunt
so auch der Wind mir flüstert
Lebe wahrhaftig

Müßig am Strand

Wie in der Sanduhr
treiben Gedanken und Zeit
halbe Leere bleibt