Unsinn und Verstand

… was auch immer

Analog

Nachdenken im Bett
jetzt auf dem Stuhl am Fenster
dem Schreibtisch näher

Vor dem Fenster

Die Zweige winken
immer wieder bläst der Wind
wie zu ermuntern
sobald die Blätter schweigen
zwitschern die Vögel im Baum

Imperfekt

Mit einem Lidschlag
das Wolkenband zerstoben
in Wolkenknoten
aufgelöst im Augenlick
als nichts als nur Hellblau blieb

Innenaussicht

Kühl am ersten Mai
wo sind die Mauersegler?
Weidenzweige blüh’n
Wochen in weißer Vase
vom toten Baum gebrochen

Vormärz

Ich höre Gänse
sehe den dritten Halbmond
vorüberkommen
ein Silberfischchen im Bad
getötet zum vierten Mal

Frühlingserwachen

Es klopft
die Tür steht offen
Regentropfen
ein Vogel quietscht
es grinst die namenlose Kissenkatze
neben ihr hockt Puba, der Plüschpandabär
Das Zimmer gähnt
menschenleer

Bühne der Nacht

Vollkommen furchtlos
im Rampenlicht des Mondes
Auftritt der Träume

Mitte Februar

Katze am Fenster
Spatzen paaren sich im Busch
der einen Verdruss
die anderen getrieben
Liebesgruß mit Zuckerguss
am Vierzehnten schrieben

Etwas

Siehe der Halbmond!
Soll das etwa alles sein?
Ja sieh’ nur, wie schön

Début

Nächtliche Freiheit
Licht an – la nuit liberté
Un leçon français