Unsinn und Verstand

… was auch immer

Was anderes

Banal oder nicht
jeder Tag war ein Gedicht
auch die traurigen

Worte fügten sich
dem Augenblick, der Stimmung
verbrauchten sich nicht

Vielleicht sammle ich
schreibe wenn es soweit ist
Was mache ich jetzt?

Weit weg ganz nah

Mit leeren Koffern
verreist man nur in Filmen
dorthin reise ich

Parkstimmung

Dunkel von Nässe
glänzen die Buchenstämme
im Dunst des Regens

Winzige Tropfen
sitzen an Gräserspitzen
der Käfer schätzt das nicht

Solanum dulcamara

Nun ruhe ich hier
bittersüßer Nachtschatten
der Strauch neben mir

Stadtstimmung

Drei Tauben pennen
auf der Straßenlaterne
Der Mond scheint noch nicht

Auf dem Boden der Tatsachen

Immer wieder fliegt
eine zierliche Schwalbe
zum Ast über mir

Blickt auf mich herab
warum ich im Gras liege
nicht mit ihr fliege

Willkür, Macht oder Gleichgültigkeit

Eine Ameise
eilt eifrig ihres Weges
Ich lass’ sie leben

Illusion

Nicht greifbar, nehmen
einteilen, doch vergeuden
niemals besitzen

Hinter ihr her sein
viel oder wenig haben
bestohlen werden

Sie drängt und wird knapp
gewonnen wie verloren
Empfinden der Zeit

Drangsal

Kaffee im Stehen
der Minutenzeiger drängt
jetzt muss ich gehen

Muße hält nur auf
wir lassen uns regieren
von Uhren und Geld

Jetzt, nicht später

Durch Zögern entwischt
Schmetterlinge warten nicht
wie die Momente