Unsinn und Verstand

… was auch immer

Eismond

Da steh’ ich frierend
im Schauer weißen Mondlichts
eiskalt erwischt
Sein blankes volles Antlitz
blickt direkt mir in’s Gesicht

Statt auf dem Tisch

Herz Sieben sah ich
im Straßenschmutz liegen
zum Glück kein Pik-Ass
Verloren oder ausgespielt
mein Trumpf war’s nicht

Zuerst kommen

Eben betreten
unberührte Ebenen
Schneebälle fliegen
auf der Zunge zergeht
bitterer Schnee

Endlich

Auf dem Schneidebrett
fein von Meisterhand seziert
Das Fischlein hoffte
und fand wonach es sehnte
am Ende Anerkennung

Schlicht und einfach

Überall Perlen
die Büsche sind voll davon
Wer sie sieht ist reich

Die vielen Spiegel
keiner für die Eitelkeit
Es regnet nicht mehr

Der Vierundzwanzigste

Päckchen gepackt
nicht im Postkasten landen
Liebesgedanken

Noch mal nachgeseh’n
Zeit wird nicht verschenkt
Glocken läuten

Nichts zieht mich dorthin
drum bleib’ ich wo ich bin
außerdem regnet’s

Neben jetzt

Nicht bei der Sache
minutenlang versunken
verbrannter Kaffee

Nicht bei der Sache
für wenige Sekunden
verlorenes Spiel

Vierter Akt, Nacht

Häuser, Brücke, Fluss
Dezembertag, Ansicht triste
bis die Sonne sinkt

Ensemble entflammt
über Schattenrissen glimmt
kleiner Abendstern

Langsam erhebt sich
die Hauptfigur der Szene
groß prahlender Mond

Im Dunkeln lieben
Kater auf Freierspfoten
Doch das sieht niemand

Zwischenmenschlich

Lies die Tonlage
sieh’ die Gestik und Mimik
Hör’ was sagt der Bauch

Einschnitt

Glasscherbenmond
in zartblaue Himmelshaut
geritzte Sichel

Der Abendstern blinkt
wie eine kleine Träne
aus dem Auge rinnt