Unsinn und Verstand

… was auch immer

Solanum dulcamara

Nun ruhe ich hier
bittersüßer Nachtschatten
der Strauch neben mir

Stadtstimmung

Drei Tauben pennen
auf der Straßenlaterne
Der Mond scheint noch nicht

Auf dem Boden der Tatsachen

Immer wieder fliegt
eine zierliche Schwalbe
zum Ast über mir

Blickt auf mich herab
warum ich im Gras liege
nicht mit ihr fliege

Willkür, Macht oder Gleichgültigkeit

Eine Ameise
eilt eifrig ihres Weges
Ich lass’ sie leben

Illusion

Nicht greifbar, nehmen
einteilen, doch vergeuden
niemals besitzen

Hinter ihr her sein
viel oder wenig haben
bestohlen werden

Sie drängt und wird knapp
gewonnen wie verloren
Empfinden der Zeit

Drangsal

Kaffee im Stehen
der Minutenzeiger drängt
jetzt muss ich gehen

Muße hält nur auf
wir lassen uns regieren
von Uhren und Geld

Jetzt, nicht später

Durch Zögern entwischt
Schmetterlinge warten nicht
wie die Momente

Hin und zurück

Dort war’s wunderschön
und wir waren alle froh
hier zu sein zum Glück

Belauscht

Wispern aus dem Gras
ein Raunen von der Wiese
Sommernacht im Park

Was heißt hier arm?

Berliner Wohnung
nur Imaginationen
Ventilatorwind

Heiß und stickig hier
im Bildschirm wiegt ’ne Palme
Reise für Arme