Unsinn und Verstand

… was auch immer

Mein Mädchen

Auf schwingender Schaukel
im Sonnenschein kindlich verträumt
so schnell verflogen

Vergangen

Immer im Frühling
denk’ ich an den Pflaumenbaum
in voller Blüte

Entweder zu früh
oder kurze Zeit später
Erst kahl, dann verblüht

So seh’ ich ihn nie
in seiner schönsten Zierde
Nächstes Jahr vielleicht

Adaptiv

Zum Lied des Windes
zitternd wanken die Zweige
so schaurig klingt es

Heulend singt der Sturm
bis sich die Bäume biegen
bedenklich tief

Nach außen und innen

Gehe arbeiten
Kaffee, Maschinen, Menschen
Ich weiß wer ich bin

Rückzug mit Farben
als Kind waren es Bilder
wusste wer ich bin

Denken und schreiben
in einem Doppelleben
Wer weiß wer ich bin

Die Liebenden

Innig Arm in Arm
ob sie sich heimlich trafen?
Morgens früh im Park

Vorigen Winter
fast täglich sah ich das Paar
Dann ein Jahr nicht mehr

Oft fragte ich mich
schmolz die Liebe mit dem Schnee?
Bis dieses Frühjahr

Dort spazieren sie
nur Augen füreinander
und mein Herz hüpft leicht

Nicht sein ohne Frage

Verschenkte Schönheit
geht auf der Sonnenseite
Schatten im Gesicht

Tizianrot leuchtend
Wind spielt mit ihren Locken
und sie weiß von nichts