Unsinn und Verstand

… was auch immer

Klarsicht

Hebt sich der Nebel
was ich nicht sehen wollte
fällt mir in’s Auge

Dasein

Auch der Mond zeigt sich
von Neuem immer wieder
halb, voll oder nicht

Heimlichkeit

Sie entzieht sich ihr
lächelnd leicht der Leidenschaft
scheinbar routiniert

Die kleine Geste
verborgen für den Fremden
offenbart vielmehr

Gai Pad Khing

Kleine Stücke, bunt
geschwenkt, geschwind gewendet
in fettschwarzem Rund

Die Köchin hochrot
durch Hitzewellen, fertig
Gegartes im Wok

Mit Nina Simone auf dem Balkon

Ein Nachmittag nackt
Jazz flirrt durch Spätsommerluft
sonnendurchflutet

Mal so, mal so

Wie Stimmung wechselt
blass kühl an jenem Abend
errötend danach

So sah ich den Mond
auf taubenblau weiß leuchtend
im Dunkeln orange

Im Licht

So halb vollkommen
wie dort in der Luft hängend
scheint nicht nur der Mond

Im Verborgenen
bleibt eine Seite immer
schön was sich mir zeigt

Was anderes

Banal oder nicht
jeder Tag war ein Gedicht
auch die traurigen

Worte fügten sich
dem Augenblick, der Stimmung
verbrauchten sich nicht

Vielleicht sammle ich
schreibe wenn es soweit ist
Was mache ich jetzt?

Weit weg ganz nah

Mit leeren Koffern
verreist man nur in Filmen
dorthin reise ich

Parkstimmung

Dunkel von Nässe
glänzen die Buchenstämme
im Dunst des Regens

Winzige Tropfen
sitzen an Gräserspitzen
der Käfer schätzt das nicht