Unsinn und Verstand

… was auch immer

Adaptiv

Zum Lied des Windes
zitternd wanken die Zweige
so schaurig klingt es

Heulend singt der Sturm
bis sich die Bäume biegen
bedenklich tief

Nach außen und innen

Gehe arbeiten
Kaffee, Maschinen, Menschen
Ich weiß wer ich bin

Rückzug mit Farben
als Kind waren es Bilder
wusste wer ich bin

Denken und schreiben
in einem Doppelleben
Wer weiß wer ich bin

Die Liebenden

Innig Arm in Arm
ob sie sich heimlich trafen?
Morgens früh im Park

Vorigen Winter
fast täglich sah ich das Paar
Dann ein Jahr nicht mehr

Oft fragte ich mich
schmolz die Liebe mit dem Schnee?
Bis dieses Frühjahr

Dort spazieren sie
nur Augen füreinander
und mein Herz hüpft leicht

Nicht sein ohne Frage

Verschenkte Schönheit
geht auf der Sonnenseite
Schatten im Gesicht

Tizianrot leuchtend
Wind spielt mit ihren Locken
und sie weiß von nichts

Im trockenen Garten

Taufeuchte Knospe
regnete es heute noch
würde sie blühen

Vielleicht kommt er noch
gibt ihr wonach sie dürstet
aber erst abends

Paradiesisch

Früher flogen mir
wie gebratene Täubchen
Haikus auf’s Papier

Einfach, machte ich
jeden Tag ein Schnellgedicht
und war zufrieden

Dann war’s aus damit
die Geschichte kennt jeder
Erkenntnis – Rausschmiss