Unsinn und Verstand

… was auch immer

Kadenz

Zwischen vier Wänden
silbrig klirrende Silben
draußen Silbermond

Rekonvaleszenz

Wie still, denke ich
einsam dieser Herbsttag ist
Wildgänse rufen
fliegen weiter, ziehen fort
und ich springe aus dem Bett

Die Sinne

Den Mond zu sehen
zeitgleich den Regen hören
mein Wunsch scheint möglich

Denn als der Mond kam
und die Vögel noch sangen
das ist schon geschehen
hörte ich sie nicht

Glanzzeit

Nur für kurze Zeit
ich kam spät, er war schon da
der Besucher bleibt

Meine Dielen wischt
während ich ihn betrachte
er mit seinem Licht

Ein letzter Schimmer
Mond scheint nicht für mich allein
verlässt mein Zimmer

Lichtblicke

Mein Gegenüber
ein spiegelndes Fenster
gibt Mondlicht wieder
was gefangen schien
in finsterer Fassade
strahlt wiederum frei
auf der anderen Seite

Biester der Nacht

Da war dieses Biest
biss mich, stieß, nicht locker ließ
bis ich erwachte
einschlief und träumend dachte
komm’ du nur, ich mach’ dich platt

Fensterperspektive

Schält sich allmählich
aus feinem Schleiergespinst
zu schmaler Gestalt
durch’s Dunkle an’s Licht gebracht
geklärter Mond gerahmt

Eins und alles

Die Linde duftet
ein einziger Gedanke
wie Linden duften

Tausend Gedanken
welken wenn die Blüte blüht
tausend Gedanken
fallen wenn die Blüte welkt

Flügge

Im Sturzflug zum Nest
zwei jungen Mauersegler
drehen blitzschnell ab
Flügelschläge, freier Schrei
jagen sich, doch nie zurück

Unbeantwortete Frage

So, jetzt schrei’
Verzeihung, was? Schreib’! Was?
Wie bitte heißt das