Januarnachmittag

Schatten an den Hacken
haften lang
wie Schleppen
statt Schlitten
durch die Straßen geschleift
nicht Schnee
an Schuhspitzen
doch Schatten
klebt und eilt voraus

Januarmorgen

Ein Vogel weckt mich
schreit und schreit um sein Leben
nicht des Winters wegen
wen rührt dieser kleine Tod
im milden Nieselregen

Den Bussard nicht

Inzwischen

Am Kanal weht ein Wind
dort geht im Regen
wie getrieben
ein erwachsenes Kind
vergangene Schatten
ins Gesicht geschrieben
umwölkte Mädchenstirn
geschlossene Lippen
rot überschminkt
mit ihren Schritten
scheinen die Bäume zu zittern

Beunruh

Vollmond hält mich wach
Käuzchen rufen in die Nacht
die Hirsche röhren
Baumwipfel raunen im Wald
bald kommt mein Geliebter, bald

Gute Nacht Lied

Gib dich der Nacht hin, Kind
leg dich
in die Wiege des Mondes

Gib dich dem Tag hin
tanz auf einem Sonnenstrahl
oder im Regen

Eine Pfütze spiegelt dich
schön wie du bist

Moment mal

Zeit existiert nicht
dieser, nicht mein Gedanke
gefällt mir und ich wische
mit einer Handbewegung
die Zeit vom Tisch
verlasse den Raum
werfe einen Blick
die Uhr tickt ohne mich

Bis dann und wann