Unsinn und Verstand

… was auch immer

Category: Leben

Kein Rezept

Ein Quentchen Unglück
und zwei Unzen Selbstmitleid
reichen zum Schreiben

Noch etwas Schärfe
ohne die Prise Liebe
ein kaltes Gedicht

Strandkorbsicht

Merklich frischt Wind auf
weht kalt um meine Beine
hinten tost die See

Dort laufen Mäntel
Nylonleinen halten sie
von Drachen geführt

Der Himmel ist blau
Möwen lassen sich treiben
Ich träume weiter

März

So wie es aussieht
dort wo sonst Felder liegen
ist weißes Eisland
harsch – betrachte ich den Schnee
auf Skiern gleitend

Sonnige Erwartung

Zimt und Zuckerrohr
schwer wärmende Aromen
So rann brauner Rum

Schnee fiel in der Nacht
ernüchternd kalter Morgen
Weiß wie Aspirin

Etwas anders

Mein Gang durch die Stadt
Möwen am Wittenbergplatz
Verfrühte Hasen
die im Schaufenster stehen
auf Ostern warten
Schattenloser Wintertag
die U-Bahn fährt ab
Nichts hab’ ich verpasst

Scheinbar

Nüchtern im Nachtbus
am Fenster mein Begleiter
schaukelnder Halbmond

Nach der Cocktailbar
halber Mond ist auch noch da
seltsam leicht schwankend

Kurzer Tag

Kaum erwacht
Augen gerieben
schon ist Nacht

Die Leihgabe

Auf ihrem Nachttisch
erotisches Erwachen
gelesen – geliebt

Aus jungen Jahren
so liegen sie und bleiben
sinnliche Seiten

Die schönen Bücher
geliehen und geblieben
neben meinem Bett

Am Ufer

Ein Reiher wartet
Sonne, Fisch und ich
wir ziehen weiter

Ende glasklar

Macht abwaschen dumm?
Nein – gibt stets mir zu denken
Spülphilosophie

Aufgelöst in Schaum
Gedanken um den Abwasch
Spülmaschinentraum