Unsinn und Verstand

… was auch immer

Category: Natur

Apus apus

Rosa gepudert
erscheint der Julihimmel
so melancholisch

Wenn sie nicht wären
Luftikusse des Abends
wie sie sich jagen

Im wilden Sturzflug
ihre Rufe verebben
erst bei Dämmerung

Ihr halber Sommerag

Sonniger Park
ich sitze auf der Wiese
so auch die Fliege

Putzt ihre Flügel
mit einem Bein auf meinem
kurz bevor sie starb

Vergleichsweise

Schnecken erschrecken
auf regennassen Wegen
Auch ich renne schnell

Wetteraussicht

Die kleine Wolke
unschuldig am Horizont
macht doch keinen Schnee

Bloß zarte Schleier
schmeicheln dem Abendhimmel
errötend zur Nacht

Der Mond liegt im Dunst
will nichts von morgen wissen
So wenig wie ich

Beschwerde

Kein weißer Vorhang
vor dem Fenster schleierhaft
Flocken wehen sacht

Es schneit schon wieder
kaltes Winterlicht im März
Gott, bin ich genervt

Märznacht

Am Abend noch bleich
erhebt sich der Mond und fällt
morgens blutorange

Februar

Zwitschert irgendwo
verhalten und unsichtbar
eine Schar Spatzen

Graut mir der Morgen
heller als vorgestern zwar
doch kalt und farblos

Kontrast

Abends unscheinbar
von niemanden beachtet
scheintot vor dem Haus

Des Nachts verwandelt
im zauberhaften Schneekleid
Jeder sieht den Baum

Nicht-Gedicht

Ein Reiher im Schnee
das Bild will sich nicht fügen
Bleibt unbeschrieben

Nicht grau und müde
sollen die Worte klingen
Doch er sieht so aus

Weibliche Form

Macht Nächte schlaflos
zeugt Lust – bewegt die Meere
Luna – nicht der Mond